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Spiegelnde Riesfelder und fliegende Graureiher
Schlösser und Burgen
Als Durchgangsort in Reiserichtung Gallien wurde in Cozzo im Mittelalter eine Burg erbaut, 1214 von den Mailändern wieder aufgebaut und im 15. Jahrhundert erneuert, als es in den Besitz der Familie Gallarati überging. Bei diesem Anlass wurden zwei Zugbrücken, ein weiterer Turm, ein gibellinischer Zinnenkranz hinzugefügt, die das Gebäude heute noch schmücken, sowie zahlreiche interne Verschönerungen wie Gesimse aus Cotto und Graffiti-Fresken. Die Arbeiten waren noch nicht beendet als im September 1499 das Schloss den französischen König Louis XII beherbergte, der sein Heer nach Mailand führte, das er als Abkomme der Viscontis als sein Herzogtum beanspruchte. Diese Begegnung war so bedeutend und feierlich, dass sie auf einem Fresko im großen Saal des Schlosses als "hinreißend und eindrucksvoll, als Zeugnis eines historischen Geschehnisses und als Spiegel des Lebens" dokumentiert wurde.
Unter der Herrschaft der Visconti errichtet ist das Castello di Sartirana heute ein beeindruckendes Gebäude, mit der typischen Form des Festungsvierecks, mit Graben, Innenhof und vier Ecktürmen. Am Projekt arbeitete der Architekt Bartolomeo Fioravanti mit, der kurz danach vom Zar Ivan II nach Moskau berufen wurde, um bei der Realisierung der Verteidigungsbauten des Kremls mitzuwirken. Die Burg wurde gesamthaft erhöht und der große runde Turm, der heute das Wahrzeichen des Ortes ist, an der Basis mit einer vielflächigen Struktur verstärkt. Sie beherbergt heute das Centro Studi della Lomellina, das interessante Kulturanlässe durchführt, die Fondazione Sartirana Arte mit seinen Sammlungen von modernen Silberwaren, Kunstschmuckstücken, Kunstgrafiken, Gegenständen der bäuerlichen Kultur, und wichtige Ausstellungen von internationaler Bedeutung.
Museen
Das Museo del Tesoro del Duomo Vigevano in der Kathedrale besteht zum größten Teil aus Geschenken des Herzogs Francesco Il Sforza (1534). Darin bewahrt sind wertvolle Korallen, Messbücher und Miniatur-Kodexe des späten 15. Jahrhunderts, sowie ein wertvoller, reich verzierter Pastoralbrief aus Elfenbein; ein unschätzbares Reliquienbehältnis aus vergoldetem Silber, das der lombardischen Goldschmiedeschule zugeschrieben wird (ca. 1530); Kelche, Pokale, Mostranzen und Reliquienbehälter aus verschiedenen Epochen und in verschiedenen Stilen. Außerdem sind flämische Wandteppiche ausgestellt, sieben davon im Stil der "Vor-Renaissance", die aus der Gobelinmanufaktur Brüssel (1520) stammen und die Parabel des Verlorenen Sohnes, die Geschichten von Esther und Josef darstellen, und fünf Gewebe aus Ouderarde der ersten Jahre des 17. Jahrhunderts mit der Darstellung der Heldentaten von Alexander dem Grossen. Das Museum wird weiterhin durch die Banner der städtischen Bruderschaften bereichert, sowie durch eine Verkleidung des 16. Jahrhunderts, die mit Dukatengold bestickt ist und 1805 in Monza für die Krönung von Napoleon Bonaparte verwendet wurde.
Ebenfalls in Vigevano befindet sich in den ehemaligen herzoglichen Stallungen das Museo della Calzatura e della Tecnica Calzaturiera, erste und einzige öffentliche Institution in Italien, die sich der Geschichte und der Entwicklung des Schuhs als Kleidungsstück und Design- und Modeobjekt widmet.
In Olevano besteht seit mehr als einem Jahrzehnt in einem renovierten Stall mit Heuschober und Hof ein reichhaltiges Museo di Arte e Tradizione Contadina, das es sich zum Ziel gesetzt hat, die alten Arbeitsinstrumente der Bauern vor dem Vergessen und der Zerstörung zu bewahren, um den Gegenständen, die das Verbindungsglied zwischen Mensch und Erde waren, die ihnen gebührende Bedeutung zu verleihen und sie, soweit möglich, in ihrem Umfeld zu bewahren. Hier befinden sich einige Maschinen, die die ersten Phasen der landwirtschaftlichen Mechanisierung (vom Anfang des Jahrhunderts bis zu den 50er Jahren) bezeugen, die für die Rinderzucht verwendeten Ausrüstungen und das Ambiente der Stallungen, wo man abends zusammentraf. Im Erdgeschoss wurde die Ausstattung eines Käsereibetriebs nachgestellt. Im oberen Stock, in dem sich der Heuschober befand, ist eine Sammlung der in der Zwischenzeit verschwundenen Handwerksausrüstungen zu sehen (Schweineschlächter, Schneider, Scherenschleifer, Schuhmacher, Schreiner) und es wurde eine einfache Bauernbehausung rekonstruiert, die nur aus Küche und Schlafzimmer beseht. Dazu ca. 1500 Werkzeuge, Puppen, Dekorationen, Fotographien und Zeichnungen, die das Leben der Bauern und die Arbeit auf den Feldern illustrieren.
In Gambolò in einem Flügel des Castello Litta vereint das Museo Archeologico Lomellino die aus den in den zwanziger Jahren von der Associazione Archeologica Lomellina durchgeführten Ausgrabungen stammenden Funde. Die Zahl der (ausschließlich auf dem Gebiet der Lomellina) entdeckten Gegenstände beträgt mehr als 3.500; sie umfassen einen Zeitraum von ca. sechstausend Jahren, vom Mesolithikum bis zum 3. Jahrhundert nach Christus. Das Museum verfügt auch über Projektionsmöglichkeiten und einen Konferenzraum für Gruppenanlässe.
Architektur
In dem von den Kelten gegründeten antiken Ort Lomello ist der religiöse Gebäudekomplex gut erhalten, der aus der Basilica di Santa Maria Maggiore, interessantes Bauwerk der ersten romanisch-lombardischen Periode (11. Jahrhundert) und dem Battistero di San Giovanni "ad Fontes" (5. -7 Jahrhundert) besteht, einem sehr antiken langobardischen Gebäude in achteckiger Form, mit den Resten eines Taufbeckens. Im Volksmund der Lomellia wird die Basilika die "Kirche des Teufels" genannt: die Legende erzählt, dass der Bau von Satan zerstört und von ihm selbst in einer einzigen Februarnacht wieder aufgebaut wurde, aber unvollendet blieb, als die Sonne aufging. Deshalb ist die Fassade heute teilweise eingefallen und die beiden ersten beiden Überspannungen sind ohne Dach.
Auf keinen Fall verzichten sollte man auf den Besuch der Piazza Ducale von Vigevano, einem wahren Meisterwerk der italienischen Renaissance und einem der schönsten und harmonischsten Plätze Italiens. In Auftrag gegeben von Ludovico il Moro, welcher die Projektierung und Zeichnung Leonardo da Vinci und Bramante, Erfinder des gleichnamigen Turms, übertrug, wurde der Bau 1492 begonnen und drei Jahre später beendet. 134 Meter lang und 50 Meter breit wird er Platz vom Turm des Bramante dominiert, der 74 Meter hoch ist und 76 mit verschiedenen Kapitellen geschmückten Säulen von bewundernswerter Machart aufweist.
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